
Chroniken einer Tour de France mit dem Fahrrad: Folge 38 – Die Isère Von den Ebenen der Rhône zu den Giganten des Oisans: Radtourismus in der Vertikalen
, Von Thierry Bourgarel, 3 min Lesezeit

, Von Thierry Bourgarel, 3 min Lesezeit
Episode 38 führt uns in die Isère, das monumentale Eingangstor zu den Alpen. Ein radikaler Szenenwechsel nach der Loire: Hier zeigt sich der Radtourismus in vertikaler Form. Von den beruhigenden Radwegen in Grenoble bis zu legendären Pässen wie der Alpe d’Huez bietet das Département eine spektakuläre Dualität. Es ist ein Abenteuer, bei dem die Härte der Steigung mit außergewöhnlich klaren Panoramen und einem authentischen alpinen Lebensstil belohnt wird – ideal für Liebhaber wilder Herausforderungen und völliger Abschaltung.
Von den Ebenen der Rhône zu den Giganten des Oisans: Radtourismus in der Vertikalen
Nach der königlichen Eleganz und den Flusslandschaften des Indre-et-Loire (37) gewinnt unsere Fahrraddurchquerung Frankreichs an Höhe. Willkommen in der Isère, einem Land der absoluten Kontraste, wo die ruhige Rhône schneebedeckten Gipfeln weicht und die grünen Küstenwege legendären Serpentinen Platz machen.
Es ist ein völliger Wechsel der Welt. Wir betreten die Alpen, das pulsierende Herz des Berg-Radsports in Frankreich. Die Isère ist kein Département, das sich leicht zähmen lässt: Es ist der visuelle Kontrast zwischen fruchtbaren Ebenen, sanften Hügeln am Fuße des Vercors und der majestätischen Vertikalität der Massiven von Chartreuse, Belledonne und Écrins. Für den Radtouristen ist es das ultimative Spielfeld der Vielfalt: Sie können morgens in einer Postkarten-Idylle des Weinbaus radeln und nachmittags in das große Azur der Gletscher eintauchen.
Bereiten Sie Ihr Tempo vor (denn hier werden die Kilometer mit Kraft in den Waden erkämpft), schärfen Sie Ihren Beobachtungssinn (das Licht ändert sich mit jeder Höhenlage) und atmen Sie die reine Bergluft ein: Wir machen uns auf, die strahlende Isère zu erkunden.
Es ist das Département des Wildwassers, des Granit- und Kalkfelsens und der tiefen Täler. Die Luft ist frisch, bergig, durchdrungen vom Harz der Kiefern und den Alpenkräutern.
Das Profil: Erstaunlich vielfältig und anspruchsvoll. Das Département zeigt zwei sehr unterschiedliche Radfahrer-Gesichter. Das Rhônetal (ViaRhône) und der Norden des Départements sind vollkommen flach, ideal für sanfte Touren. Der Süden und Osten (Oisans, Trièves, Chartreuse, Vercors) bieten bergiges Gelände mit endlosen Pässen und kumulierten Höhenmetern, die überraschen werden, aber jede Anstrengung wird mit einem kosmischen Panorama belohnt.
Die Atmosphäre: Eine vollständige Eintauchen in blendendes Licht, eine jahrtausendealte Geschichte und eine legendäre Lebensart. Sie werden oft allein durch sanfte Landschaften oder unter schattigen Kiefern radeln und jahrhundertealte Steindörfer wie Saint-Antoine-l'Abbaye durchqueren. Es ist das Reich der Ruhe, der Wildnis und der absoluten Wiederverbindung.
Tag 1: Grenoble, Hauptstadt der Alpen und die Balkone des Vercors (ca. 50 km) Start: Grenoble. Die von Bergen umgebene Stadt. Die Strecke: Sie verlassen die Stadt entlang des grünen Weges an der Isère, bevor Sie die ersten Anstiege des Vercors-Massivs in Angriff nehmen. Die schwindelerregende Kammstraße überblickt das Tal und bietet einzigartige Ausblicke auf die Stadt und die umliegenden Gipfel. Es ist eine ideale, allmähliche, aber bereits spektakuläre Einführung. Die Etappe: Villard-de-Lans oder Umgebung. Sanfte berrichonische Atmosphäre und jodhaltige Düfte.
Tag 2: Die geheime Chartreuse und das Kloster der Väter (ca. 65 km) Die Strecke: Vorbei ist die Sanftheit der Ebenen. Sie verlassen den Vercors, um das wilde Herz des Chartreuse-Massivs zu erklimmen. Die Straße windet sich zwischen monumentalen Kalkfelswänden und dichten Buchenwäldern. Es ist ein spektakulärer Tag, geprägt von der Durchquerung der Wüste der Grande Chartreuse. Die Straße ist in die Felswand gehauen und überblickt türkisfarbene Wildbäche. Es ist eine totale Abschottung. Die Etappe: Saint-Pierre-de-Chartreuse. Für den Besuch seines majestätischen Klosters.
Tag 3: Der Schwindel von Belledonne und die Bergseen (ca. 55 km) Die Strecke: Anderes Gelände, andere Kulisse. Sie fahren nach Norden, um die mythische Belledonne-Kette zu erreichen. Es ist ein spektakulärer Tag, geprägt von endlosen Pässen. Die Straße durchquert grasbewachsene Ardennen-Landschaften, bevor sie Chamrousse erreicht. Es ist ein wunderschöner Übergangstag, der befestigte Geschichte und Rückkehr zur Flusslandschaft verbindet. Die Etappe: Bourg-d’Oisans. Am Fuße der Alpe d’Huez.
Tag 4: Alpe d’Huez, der Mythos der 21 Serpentinen (ca. 40 km, aber vertikal!) Die Strecke: Die Bewährungsprobe Ihrer Reise. 21 mythische Serpentinen, 1100 Meter Höhenunterschied auf 14 km. Jede Serpentine trägt den Namen eines Etappensiegers der Tour de France. Es ist ein Leiden, um ein kosmisches Panorama zu verdienen. Es ist der absolute mineralische Schock.
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